Schlagwort-Archive: Reichsbürger

Spektrenübergreifende rechte Hetze

Rund 200 Menschen kamen im Berliner Regierungsviertel zu mehreren Aufzügen aus der Szene der „Reichsbürger“ und Holocaust-Leugner zusammen. Als Redner traten dabei auch die bekannten Protagonisten Bernhard Schaub und Gerhard Ittner auf.

Kundgebungsreigen verschiedener rechter Spektren in Berlin; Photo: ths
Kundgebungsreigen verschiedener rechter Spektren in Berlin; Photo: ths

Am Samstag trafen sich „Reichsbürger“, Holocaust-Leugner und andere extrem Rechte zu Kundgebungen im Berliner Regierungsviertel. Dabei führten die Protagonisten dieses Milieus gleich drei verschiedene Versammlungen durch. Den Auftakt bildete eine Kundgebung vor dem Kanzleramt mit dem Titel „Leine des Grauens“, bei dem verschiedene Texte über „Ausländergewalt“ an eine Art Wäscheleine befestigt wurden. Initiator dessen ist Robert V., der mit diesem selbst ernannten „Kunst- und Protestprojekt“ im vergangenen Jahr im Rahmen der flüchtlingsfeindlichen Proteste in Kandel begonnen hatte. Der Aufzug sollte eine „Gedenkveranstaltung für die Opfer der Masseneinwanderung“ darstellen.

Neben V. sprach unter anderem auch Nikolai N., bekannt als „Der Volkslehrer“ durch sein gleichnamiges YouTube-Format. N. organisierte im Anschluss die zweite Kundgebung an dem Tag, wenige hundert Meter weiter auf dem Platz der Republik unter dem Motto „Für deutsche Kultur in Deutschland“. Spektrenübergreifende rechte Hetze weiterlesen

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Schulterschluss mit ganz weit rechts

Breite Mischung des Rechtsaußen-Spektrums beteiligt sich an der Kundgebung gegen den UN-Migrationspakt vor dem Brandenburger Tor.

Das Rechtsaußen-Spektrums aller Schattierungen fand sich zu der Berliner Kundgebung am Brandenburger Tor ein; Photo: Th.S.
Das Rechtsaußen-Spektrums aller Schattierungen fand sich zu der Berliner Kundgebung am Brandenburger Tor ein; Photo: Th.S.

Am Samstag kamen in Berlin nach Polizeiangaben knapp 1000 Menschen zu einer Kundgebung gegen den UN-Migrationspakt am Brandenburger Tor. Aufgerufen dazu hatten Pegida-Dresden, der extrem rechte Brandenburger Verein „Zukunft Heimat“, „Pro Mitsprache e.V.“ aus Dresden, der flüchtlingsfeindliche Zusammenschluss „Kandel ist überall“ sowie die Organisatoren der wöchentlichen AfD-Kundgebungsreihe „Merkel muss weg Mittwoch“ aus Berlin. Auch einige AfD-Politiker, die „Identitäre Bewegung“ sowie der als „Volkslehrer“ bekannte Reichsbürger-Aktivist Nikolai N. unterstützen die Mobilisierung im Vorfeld. Die Splitterpartei „Deutsche Mitte“ schloss sich dem Aufruf ebenfalls an. Schulterschluss mit ganz weit rechts weiterlesen

Rechter „Großaufmarsch“ im Niedergang

Teilnehmerzahlen bei Berliner „Merkel muss weg“-Aufzug bleiben erneut deutlich hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück. Versammelt hat sich am Samstag wieder ein bunter Mix aus der extremen Rechten.

Zum mittlerweile fünften Mal haben sich am vergangenen Samstag hunderte Neonazis und Flüchtlingsfeinde in Berlin zum Aufmarsch unter dem Motto „Merkel muss weg“ versammelt. Mit rund 700 Besuchern blieb die Teilnehmerzahl erneut deutlich unter den Erwartungen der Veranstaltenden der extrem rechten Gruppe „Wir für Berlin – Wir für Deutschland“ um den ehemaligen „pro-Deutschland“-Funktionär Enrico Stubbe.

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Merkel-Gegner von Rechts formieren sich

Während zwei rechte Aufmärsche in Berlin am Wochenende unter sinkender Beteiligung, Blockaden und Regenschauern litten, versammelten sich ihre selbst ernannten Vordenker bei einer „Konferenz für Meinungsfreiheit“ des „Compact“-Magazins.

Erneut zog es am Samstag unter dem Motto „Merkel muss weg“ eine Mischung aus Neonazis und anderen extremen Rechten zu dem islam- und flüchtlingsfeindlichen Aufmarsch nach Berlin. Es war der vierte Aufmarsch des „pro Deutschland“-Funktionärs Enrico Stubbe, der die Veranstaltung seit März zusammen mit dem Schweizer Rechtspopulisten Ignaz Bearth in der Hauptstadt organisierte.

Wie berichtet, waren die vergangenen Male immer wieder eine vierstellige Anzahl von Teilnehmern erschienen. Überraschte der Aufzug im März noch mit rund 3000 Personen, (bnr.de berichtete) zeichnete sich in den folgenden Monaten eine abnehmende Tendenz mit gleichzeitiger Radikalisierung ab. (bnr.de berichtete) Mit lediglich rund 500 Teilnehmern markierte der 5. November nun den Tiefpunkt der Veranstaltungsreihe. Merkel-Gegner von Rechts formieren sich weiterlesen

Rechter Flop zur deutschen Einheit

Mehrere extrem rechte Gruppen haben am Wochenende in Berlin und Brandenburg versucht, um Aufmerksamkeit zu buhlen. Durch Gegenproteste und geringen Teilnehmerzahlen liefen die Aktionen weitestgehend ins Leere.

Die größte Aktion am Wochenende war ein Aufzug der Gruppierung „Wir für Berlin & Wir für Deutschland“, die vom Berliner Hauptbahnhof durch Mitte bis zum Alexanderplatz führte. Etwa 150 bis 200 Personen beteiligten sich mit Parolen wie „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ und „Merkel muss weg“ an der Veranstaltung. Erwartungsgemäß glich die Zusammensetzung des Aufmarschs dem des wöchentlichen Berliner Pegida-Ablegers „Bärgida“, lediglich erweitert um einige auswärtige extreme Rechte. So liefen vereint in der Ablehnung von Bundesregierung und Flüchtlingen selbst ernannte Hooligans, Brandenburger Neonazis und AfD-Mitglieder neben „pro-Deutschland“-Funktionären,  Anhängern der „Identitären Bewegung“ und „Reichsbürger“-Aktivisten durch Berlins Zentrum. Dagegen zogen mit einer Gegendemo zeitgleich rund 300 Menschen durch die Innenstand, am Rande des rechten Aufmarsches kam es zudem immer wieder zu spontanen Protestaktionen.

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Skurriler Verschwörungstheoretiker

Der bekannte Reichsbürgeraktivist Axel Stoll ist tot. Mit seinen kruden Thesen wurde er vor allem im Internet populär.

Die versiegelte Wohnung des Verstorbenen in Berlin-Lichtenberg; Photo: ths
Die versiegelte Wohnung des Verstorbenen in Berlin-Lichtenberg; Photo: ths

Am Mittwoch verkündete der Berliner „Reichsbürger“ Mario Heinz Romanowski in einem Internetvideo, dass der bekannte Verschwörungstheoretiker Axel Stoll gestorben sein soll. Bei einem Besuch am Vortag in dessen Lichtenberger Wohnung sei die Tür polizeilich versiegelt gewesen, berichtet der Weggefährte Stolls. Ein Polizist hätte ihn auf Nachfragen telefonisch über das Ableben informiert.

Tatsächlich war der 65-Jährige nach Polizeiangaben bereits am Montagvormittag in der Albert-Hößler-Straße in Berlin-Lichtenberg tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Zur Todesursache werde bislang noch ermittelt, allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Es heißt, Stoll litt an gesundheitlichen Problemen.

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