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Alljährliches Gewaltritual in Warschau

Rechtsextremisten und Hooligans attackieren am Rande des „Unabhängigkeitsmarsches“ am polnischen Nationalfeiertag linke Hausprojekte und zünden ein LGBT-Mahnmal an. Schließlich versucht der Mob, die russische Botschaft zu stürmen und liefert sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Auch in diesem Jahr kam es in Warschau am polnischen Unabhängigkeitstag wieder zu heftigen Ausschreitungen durch Rechtsextremisten. Wie in den Vorjahren lieferten sich bei dem so genannten „Unabhängigkeitsmarsch“ am 11. November polnischen Nationalisten, Neonazis und rechtsextreme Hooligans schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Organisiert wird das nationalistische Großevent, an dem jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen teilnehmen, unter anderem von der rechtsextremen Organisation ONR (Nationalradikales Lager), deren Anhänger aus allen Teilen Polens extra anreisen. Auch Hooligan-Gruppen, die aus ihrer Gesinnung keinen Hehl machen, treten regelmäßig in großer Zahl auf. Traditionell endet der Aufmarsch am Denkmal von Roman Dmowskiego, einem der Väter des polnischen Nationalismus und überzeugter Antisemit.

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Rechte Ausschreitungen in Warschau 2013

2013  kam es in Warschau am polnischen Unabhängigkeitstag wieder zu den alljährlichen heftigen Ausschreitungen durch Rechtsextremisten. Wie in den Vorjahren lieferten sich bei dem so genannten „Unabhängigkeitsmarsch“ am 11. November polnischen Nationalisten, Neonazis und rechtsextreme Hooligans schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Offensichtlich ermutigt durch die mangelnde Polizeipräsenz, griffen die Rechtsextremisten das alternative Hausprojekt „Przychodnia Skłot“ in einer benachbarten Seitenstraße an. Fast eine halbe Stunde konnten sich die teilweise bewaffneten Rechten an dem Objekt austoben: Sie warfen Steine und Feuerwerkskörper auf das Gebäude, schlugen mit Hämmern die Scheiben ein und versuchten ins Innere zu gelangen. Dort hatten sich die Hausbewohner verbarrikadiert und verteidigten sich vom Dach aus mit Flaschenwürfen gegen den Mob. Auch zwei Molotowcocktails flogen nach mehrmaligem Drohen vom Dach auf die Straße. Das Haus konnten die Bewohner zwar verteidigen, aber nicht verhindern, dass die Angreifer in den Hof vordrangen und dort ein abgestelltes Auto demolierten und ein anderes in Brand setzten. Auch als die Polizei mit einen Großaufgebot anrückte, beendeten die Rechtsextremisten ihre Attacken auf das Haus nicht.

Einen weiteren Angriff auf ein anderes Hausprojekt konnte die Polizei durch den Einsatz von Gummigeschossen und Tränengas unterbinden. Daraufhin zog der Trupp wenige hundert Meter weiter und steckte ein LGBT-Mahnmal in Form eines Regenbogens aus Kunstblumen in Brand.

Aufmarsch zum Krawall

Hooligans und Nazis lieferten sich am polnischen Unabhängigkeitstag auch in diesem Jahr eine Straßenschlacht mit der Polizei. Doch anders als in den Vorjahren machen die Medien dieses Mal zumindest nicht die Gegendemonstranten für die Gewalt verantwortlich.

Fundamentalistische Katholiken, mehrere tausend Fußballhooligans, Anwohner, Mitglieder der Naziorganisationen »Nationalradikales Lager« (ONR) und »Allpolnische Jugend« (MW) – sie alle beteiligten sich am »Marsch der Unabhängigkeit« in Warschau. Am vorvergangenen Sonntag, dem polnischen Unabhängigkeitstag, kam es dabei erneut zu heftigen Ausschreitungen. Der vom ONR und der MW organisierte Aufmarsch findet neben den staatsoffiziellen Gedenkveranstaltungen seit einigen Jahren in der polnischen Hauptstadt statt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Teilnehmer laufen dabei zum Denkmal von Roman Dmowski. Er gilt als einer der Väter des polnischen Nationalismus und organisierte 1911 als überzeugter Antisemit einen Boykott jüdischer Unternehmen. Was die doch sehr unterschiedlichen Beteiligten eint, sind die in Polen weit verbreitete Homophobie und der Antikommunismus. Diese ermöglichen es rechtsextremen Gruppen im Land immer wieder, Menschen außerhalb des neonazistischen Milieus für Kundgebungen und Demonstrationen zu gewinnen.

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Nationalistisches Massenevent

Neonazis und Hooligans randalieren am polnischen Unabhängigkeitstag in Warschau. Über tausend Nazigegner protestieren dagegen zeitgleich.

Es scheint zur traurigen Tradition am 11. November in Warschau zu werden. Neben den staatsoffiziellen Zeremonien und Gedenkfeiern im ganzen Land marschieren auch tausende Nationalisten, gewaltbereite Neonazis und Hooligans bei einem eigenen „Marsch der Unabhängigkeit“ am polnischen Nationalfeiertag durch Warschau und liefern sich dabei Straßenschlachten mit der Polizei. Ziel des Marsches ist das Denkmal von Roman Dmowskiego. Er gilt als einer der Väter des polnischen Nationalismus und organisierte 1911 als überzeugter Antisemit einen Boykott jüdischer Unternehmen.

Vermutlich nicht zuletzt deswegen entwickelte sich in diesem Jahr die Veranstaltung, organisiert von den nationalistischen Gruppierungen „Nationalradikales Lager“ (ONR) und „Allpolnische Jugend“ mit rund 20.000 Teilnehmern auch zu einem Treffen diverser rechtsextremer Gruppen Europas: unter anderem Abordnungen der ungarischen Jobbik-Bewegung, Mitglieder der slowakischen SNS-Partei sowie Vertreter der italienischen Forza Nuova und serbische Neonazis liefen zum 94. Jahrestag der Unabhängigkeit in der polnischen Hauptstadt auf.

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Event der polnischen Szene

Ausschreitungen und Festnahmen bei nationalistischem Aufmarsch in Warschau.

polnischen Nationalfeiertag am vergangenen Freitag versammelten sich mehrere tausend Menschen in der Innenstadt von Warschau zu dem „Marsch für Unabhängigkeit“. Unter den Marschierern befanden sich neben rechtskonservativen und religiösen Gruppierungen mehrheitlich Neonazis und Hooligans. Diese prägten mit Bannern der rechtsextremen ONR (Obóz Narodowo-Radykalny – Nationalradikales Lager) und weißen Sturmhauben die Versammlung. Für die rechte Szene Polens ist der Marsch ein wichtiges Event, stellt dieser doch eine Möglichkeit dar, sich spektrenübergreifend selbst zu inszenieren und bei weniger radikalen Gruppierungen Anknüpfungspunkte zu finden.

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