Schlagwort-Archive: Mecklenburg-Vorpommern

„Wir für Deutschland“ auf dem Rückzug?

Eine rechtsorientierte Provokation zum 9. November floppte in Berlin. Mangelnde Resonanz sorgt für Frust bei den Organisatoren, die fortan keine Aufmärsche mehr durchführen wollen.

Frustriert, die WfD-Protagonisten Hönicke und Stubbe auf der Berliner Veranstaltung; Photo: Th.S.
Frustriert, die WfD-Protagonisten Hönicke und Stubbe auf der Berliner Veranstaltung; Photo: Th.S.

Die kalkulierte Provokation der extrem rechten Gruppe „Wir für Deutschland“ (WfD) ging nur teilweise auf. Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht wollte der Zusammenschluss um Kay Hönicke und den ehemaligen „pro-Deutschland“-Funktionär Enrico Stubbe einen so genannten „Trauermarsch für die Toten von Politik“ in der Hauptstadt durchführen. Im Vorfeld sorgte die Ankündigung nicht nur für Empörung, sondern zeitweilig auch für ein Verbot des Aufmarschs und dementsprechende Medienöffentlichkeit. Soviel Aufmerksamkeit wurde den Veranstaltungen von WfD selten zuteil. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) begründete das Verbot damit, dass die „Vorstellung, dass Rechtsextremisten am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht – womöglich noch in der Dunkelheit mit brennenden Kerzen – durch das Regierungsviertel marschieren“ unerträglich sei. „Wir für Deutschland“ auf dem Rückzug? weiterlesen

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Neonazis huldigen „Märtyrer“ Wessel

Braune Aktivitäten zum Todestag von Horst Wessel blieben in diesem Jahr überschaubar, reichten diesmal aber sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Hinterlassenschaften am eingeebneten Wessel-Grab in Berlin; Photo: Th. Schneider
Hinterlassenschaften am eingeebneten Wessel-Grab in Berlin; Photo: Th. Schneider

Am Freitag jährte sich der Todestag des Friedrichshainer SA-Führers Horst Wessel zum 88. Mal. Wie in der Vergangenheit auch nutzen Neonazis das Datum, um dem im Nationalsozialismus zum „Märtyrer der Bewegung“ stilisierten Pfarrerssohn zu gedenken. Die Verwaltung des St. Nikolai Friedhofs im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, auf dem Wessel begraben liegt, ließ das Grab 2013 einebnen, um rechten Pilgern den Wallfahrtsort zu nehmen. (bnr.de berichtete) Nichtsdestotrotz fanden sich auch in diesem Jahr an der Stelle wieder Hinterlassenschaften von Neonazis.

Der stellvertretende Berliner Landesvorsitzende und Bundesorganisationsleiter der NPD Sebastian Schmidtke postete am Freitag auf Instagram kommentarlos ein Foto, das ein Bild Wessels neben drei Kerzen und Blumen am ehemaligen Grab zeigt. Scheinbar hat er die Gegenstände dort abgelegt. Im Laufe des Tages ergänzten unter anderem auch Anhänger der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ mit ihren Devotionalien die Stelle. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden für Berlin jedoch keine darüberhinausgehenden Aktivitäten bekannt. Neonazis huldigen „Märtyrer“ Wessel weiterlesen