Wieder rechte Brandanschläge in Berlin

In der vergangenen Nacht haben erneut offenbar Neonazis im Berliner Bezirk Neukölln zwei Autos von politisch Engagierten angezündet.

Wie die Polizei mitteilt, wurde ein Anwohner in der Nacht zum Dienstag gegen 2.14 Uhr im Wiedehopfweg in Berlin-Buckow durch ein dumpfes Geräusch auf den brennenden Audi seiner Nachbarin aufmerksam und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Das Auto brannte vollständig aus. Es wird von der Neuköllner SPD-Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt genutzt.

Kurz darauf gegen 2.20 Uhr rief ein Anwohner die Polizei in die wenige Kilometer vom ersten Tatort entfernte Schönefelder Straße im Neuköllner Stadtteil Rudow. Dort brannte ein BMW, den Polizei und Anwohner zunächst erfolglos selbst zu löschen versuchten. Erst die Feuerwehr konnte den Brand erfolgreich bekämpfen. Das Auto wurde im Frontbereich stark beschädigt. Es gehört dem Lebensgefährten von Christel Jachan, die im „Aktionsbündnis Rudow“ aktiv ist, das sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Jachans Auto war bereits im Juni 2016 Ziel eines rechten Brandanschlags.

Bekannte Neonazis als Täter vermutet
Damit setzt sich die Anschlagsserie von Neonazis in Berlin, überwiegend im Bezirk Neukölln nach mehreren Wochen Unterbrechung wieder fort. Seit Mai 2016 kam es in unterschiedlicher Intensität immer wieder zu Anschlägen auf Wohnungen und PKWs von Gewerkschaftern, Linken, SPD-Politikern und anderen Personen, die sich gegen Neonazis engagieren. Allein 2016 wurden 24 Anschläge registriert, (bnr.de berichtete) zuletzt stieg die Zahl mit zwei Brandanschlägen im Mai auf 45. (bnr.de berichtete)

Mit dem Einsetzen einer Ermittlungsgruppe „Rechte Straftaten in Neukölln“ (Resin) versuchte die Polizei bislang erfolglos, die Täter zu überführen. Experten vermuten dahinter bekannte Neonazis, die zeitweilig unter dem Label „Freie Kräfte Berlin Neukölln“ (FKBN) agiert haben. Bei dem ehemaligen NPD-Kandidaten Julian Beyer gab es wegen deren Facebook-Seite im vergangenen Monat eine Hausdurchsuchung. Er wurde von der Polizei verdächtigt, am 9. November 2016 zum Gedenktag der Reichspogromnacht eine Karte mit 68 Adressen jüdischer beziehungsweise israelischer Adressen unter der Überschrift „Juden unter uns“ und weiteren Kommentaren veröffentlicht zu haben.

Auf dieser Seite wurde ebenso eine Liste mit linken Einrichtungen publiziert, von denen einige in der Vergangenheit auch von Anschlägen betroffenen waren, wie das Cafe „K-Fetisch“. (bnr.de berichtete) Julian Beyer trat in der Vergangenheit immer wieder mit rechten Straftaten in Erscheinung.

Quelle: Blick nach Rechts (https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/wieder-rechte-brandanschl-ge-in-berlin)

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