Wieder Brandanschläge gegen Engagierte

Die rechte Anschlagsserie in Berlin setzt sich nach mehreren Wochen Pause wieder fort. Zwei PKWs wurden in der Nacht in Kreuzberg und Neukölln in Brand gesteckt.

Zunächst wurde die Polizei gegen 1.30 Uhr in die Fichtestraße in Berlin-Kreuzberg gerufen. Dort brannte ein Mercedes, an dessen Heckscheibe ein Antifa-Aufkleber angebracht war. Alarmierte Polizisten löschten den Brand noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr. Eine Dreiviertelstunde später, gegen 2.15 Uhr alarmierte ein Anwohner die Feuerwehr in die Straße Hanne Nüte im Neuköllner Ortsteil Britz, nachdem er Flammen an einem Chrysler Voyager emporsteigen sah. Das Feuer wurde gelöscht, aber das Fahrzeug brannte komplett aus. Am angrenzenden Gebäude sind deutliche Rußspuren zu sehen, nur durch Glück griffen die Flammen nicht über.

In beiden Fällen ermittelt die Ermittlungsgruppe „Rechte Straftaten in Neukölln“ (Resin) beim Berliner Staatsschutz. Bei der Besitzerin des Fahrzeuges in Britz handelt es sich um eine 42-jährige Engagierte, die in der Flüchtlingshilfe sowie bei der Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“ aktiv ist. Zudem sind ihre Kinder in Kindergruppen der Neuköllner Falken. Die Ortsgruppe der Falken in Neukölln ist seit Jahren im Fokus der rechten Szene, mehrfach wurde ihr Treffpunkt „Anton-Schmaus-Haus“ angezündet (bnr.de berichtete), in den letzten Monaten traf es die Fahrzeuge ihrer Mitglieder. (bnr.de berichtete)

„Ziel der Nazis ist es, uns einzuschüchtern“
Der Vorsitzende der Neuköllner Falken, Tim Haverland erklärt, das die Jugendorganisation sich von den Anschlägen nicht in ihrer Arbeit abhalten lassen wird: „Auch diesmal ist die Handschrift auch dieses Anschlags ist eindeutig rechtsextrem: Feige, nachts, gegen aktive Falken. Das Ziel der Nazis ist es, uns einzuschüchtern. Aber das Gegenteil ist der Fall.“

Auch Mirjam Blumenthal, bei der SPD Neukölln zuständig für Strategien gegen Rechts und selbst Anfang des Jahres von einem Brandanschlag betroffen (bnr.de berichtete) äußerte sich zu den Anschlägen: „Es gibt nach jedem Anschlag viel Solidarität und es werden mehr Menschen aktiv. Doch das entlässt den Staat und die Polizei nicht aus der Verantwortung.“ Sie fordert: „Die Polizei muss den Fahndungsdruck erhöhen, Demokraten schützen und endlich liefern.“

12 Brandanschläge seit einem Jahr
Mit den beiden Anschlägen setzt sich die Serie von Angriffen auf  Berliner Engagierte nach mehreren Wochen Pause wieder fort. Zuletzt kam es Anfang Februar zu Sprühattacken und einem Brandanschlag. (bnr.de berichtete)

Mit den neuerlichen Anschlägen zählt die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR) seit Mai 2016 insgesamt 45 Vorfälle, davon 12 Fälle Brandanschläge. Zehn richteten sich gegen PKWs von Engagierten und die anderen zwei Brandstiftungen gegen das Cafe „K-Fetisch“ (bnr.de berichtete) und einen Wagenplatz.

Quelle: Blick nach Rechts (https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/wieder-brandanschl-ge-gegen-engagierte)

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