„III. Weg“ in Berlin bedeutungslos

Nur wenige Berliner Neonazis organisieren sich laut Erkenntnissen des Berliner Senats in der Kleinstpartei „Der III. Weg“. Der „Stützpunkt Berlin“ ist nicht nur klein, er entfaltet auch kaum Aktivitäten.

In der Hauptstadt hat „Der III. Weg“ keine Relevanz (Screenshot)
In der Hauptstadt hat „Der III. Weg“ keine Relevanz (Screenshot)

Im ersten halben Jahr seit seiner Gründung ist es dem so genannten „Stützpunkt Berlin“, dem Regionalableger der Neonazi-Partei „Der III. Weg“, nicht gelungen, an Relevanz in der rechtsextremen Szene der Hauptstadt zu gewinnen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor, in der sich die Grünen-Politikerin Clara Herrmann zu der Partei informierte. Demnach sind dem „Stützpunkt Berlin“ und seinem Umfeld lediglich „Personen im unteren zweistelligen Bereich“ zuzuordnen.

Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten werden keine entfaltet. Einzige Ausnahme bildeten Flugblattverteilungen kurz nach der Gründung im April in den Berliner Ortsteilen Marzahn, Hellersdorf, Pankow und Buch. Danach begnügten sich die Berliner Anhänger des „III. Wegs“ ausschließlich mit internen Vortragsveranstaltungen: Im Mai wurde eine „Rechtsschulung“ zu „repressiven Maßnahmen des Staates“ durchgeführt, im Juni eine „Parteivorstellung“ und im Juli ein Vortrag zur griechischen „Chrysi Avgi“.

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Tag der deutschen Idioten

Am 12. September wollen bis zu 3000 Neonazis und Hooligans in Hamburg zu einem „Tag der deutschen Patrioten“ aufmarschieren. Ob ein polizeiliches Verbot der Versammlung vor Gericht standhält, bezweifeln Experten. Bundesweit wird daher weiterhin zu Gegenaktionen mobilisiert.

Die Hamburger Polizei bereitet sich für den 12. September auf den „größten und wohl schwierigsten Einsatz seit Jahrzehnten“ vor: Neonazis mobilisieren für den kommenden Samstag zu einem Aufmarsch unter dem Titel „Tag der deutschen Patrioten“ (TddP), bei dem bis zu 3000 Rechtsextreme erwartet werden. Bundesweit wird der Termin auf einschlägigen Seiten beworben, selbsternannte Hooligans um Labels wie „HoGeSa“ und „Gemeinsam Stark Deutschland“ sowie organisierte Neonazis von NPD und „Die Rechte“ mobilisieren zum Wochenende in die Hansestadt. Es könnte einer der größten rechten Aufmärsche seit der Hooligan-Randale letztes Jahr in Köln werden. Auch wenn die Veranstalter um den vorbestraften, langjährigen Neonazi Thorsten de Vries bemüht sind, den Anschein einer vermeintlich „friedlichen und gewaltfreien Demonstration“ zu erwecken, spricht nicht nur ihre Empfehlung für „ältere und gebrechliche Menschen und Kinder unter 16″ besser nicht zu erscheinen, gegen einen harmlosen Marsch. In einer Videobotschaft drohte de Vries, der schon bei den rechten Ausschreitungen in Köln als Redner auftrat: „ Wir wollen eine faire Demonstrationsroute, dann behandeln wir euch auch fair, dann gibt es auch keine Randale.“

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Rechte Hooligans machen Rückzieher

Sie sehen sich als Security des islamfeindlichen „Bärgida“-Aufmarsches: Die Berliner Gruppe „Bündnis Deutscher Hools“ (BDH). Die rechtsextreme Radautruppe um Gründer Enrico Schottstädt, die vor allem durch betrunkene Pöbeleien und Straftaten auffiel, steckt in einer Krise. Von Auflösung ist die Rede.

„Wir lösen die Supportgruppe-Berlin ab dem heutigen Datum auf“, stand am Dienstagvormittag für einige Stunden auf der Facebook-Seite des BDH.  „Da wir gerade in der Gründungsstadt den wenigsten Zulauf an politisch interessierten Fußballfans hatten“ und „leider eher durch den konsum von Alkohol und lautstarken 
fehlerhaften Verhalten von sich reden machte“ (Fehler im Original), habe man entschlossen, sich aufzulösen. „Gewinnbringende Aktionen blieben leider aus“, resümiert der Verfasser „Vincent“ die bisherigen Aktivitäten. Einen Tag später wurde eine sprachlich überarbeitete Version veröffentlicht, in dem es heißt, die Berliner BDH-Anhänger hätten „durch ihr fehlerhaftes Verhalten, was sie jeden Montag von sich gaben“, „die Leute nicht positiv beeinflusst, sondern eher negativ.“

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