Braune Hass-Händler auf der Anklagebank

Über das „Thiazi-Forum“ verkaufte ein Berliner jahrelang Neonazi-Musik. Seit Donnerstag steht er mit seinen Helfern vor Gericht.

Berliner Neonazis müssen sich vor dem Landgericht verantworten; Photo: T.Sch
Berliner Neonazis müssen sich vor dem Landgericht verantworten; Photo: T.Sch

Der arbeitslose Garten-Landschaftsbauer David H. (38) war zwar nur Nutzer des Forums, bot aber dort regelmäßig sein breites Sortiment an Rechtsrock-CDs an. Aufgrund der Fülle dauerte die Verlesung der über 90-seitigen Anklageschrift vor der Berliner Staatsschutzkammer auch mehr als zwei Stunden und gab tiefe Einblicke in das braune Musikgenre: Bands mit Namen wie „Gestapo“ oder „Arisches Blut“ glorifizieren mit Titeln wie „Heil dem Führer“ oder „Adolf Hitler lebt“ den Nationalsozialismus und hetzen in ihren Liedern teilweise auf widerlichste Art gegen die szeneüblichen Feindbilder. Nicht selten sind die Cover mit verbotenen Symbolen wie Hakenkreuzen, Sigrunen oder Hitlerbildern dekoriert.

Obwohl die Polizei schon im März 2009 bei einer Razzia diverse CDs bei H. beschlagnahmte, setzte der seinen Handel ungebremst fort. Es folgte eine weitere Durchsuchung im Juli 2010, mittlerweile hatte H. das Label „Nacht und Nebel Records“ sowie mit Denis Sch. (32) und dem gesondert verfolgten Roman Richard N. den so genannten „Wearwolf-Versand“ ins Leben gerufen. Die Beamten beschlagnahmten damals rund 6500 Tonträger, fanden bei Sch. zudem einen „Polenböller“. (bnr.de berichtete) Und wieder ließ sich H. nicht abschrecken, organisierte sich wieder volksverhetzende Musik, um diese über „Thiazi“ zu vertreiben. Diesmal fungierte jedoch der arbeitslose Maurer Stefan S. (32) als Mittelsmann, stellte dafür sein Bankkonto zur Verfügung und übernahm den Versand. Es folgten weitere Durchsuchungen und Beschlagnahmungen im Mai 2011 und Dezember 2011. Immer wieder stellte H. neue Verkaufslisten ins Netz.

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